Wein in der Bibel
Wein in der Bibel
„Herr, wir haben keinen Wein mehr.“ – Die Antwort: „Dann füllet die Krüge mit Wasser.“
Diese bekannten Worte stammen von der Hochzeit zu Kanaan. Der Weinstock und der Wein finden in der Bibel öfter Erwähnung als andere Pflanzen und Getränke. Der Weinberg kommt über 90-mal, die Rebe über 60-mal und die Weinpresse 15-mal vor. Nach Forschungen wird an insgesamt 979 Stellen direkt oder indirekt auf Wein Bezug genommen.
Im Alten und Neuen Testament fanden Bibelforscher insgesamt acht verschiedene hebräische Wörter, die in den verschiedenen Sprachen mit „Wein“ übersetzt wurden. »Ásis« galt als junger und »Shemárin« als alter Wein. Die Sorten »Shékár«, »Sob'e« und »Chemer« waren stark berauschende Getränke. Mehr als 2.000-mal kommen solche Bezeichnungen vor. Allerdings handelt es sich dabei nicht immer um richtigen Wein, sondern teilweise um Sirup, säfteähnliche Getränke aus Baum- und Feldfrüchten oder verschiedene Mischgetränke.
Noah – Der erste Winzer der Bibel
Von Noah wird in der Bibel folgendes berichtet: Nachdem er die Sintflut überstanden und die Tiere aus der Arche an Land gelassen hatte, wurde er zum Weinbauern: „Noah, der Landmann, begann die Weinrebe zu pflanzen. Als er vom »Yakin« (dem Wein) trank, wurde er berauscht und lag entblößt im Inneren seines Zeltes.“ Seine zwei Söhne sahen ihren Vater und deckten ihn zu. Nach der Bibel war Noah somit der erste „Winzer“.
Aus abschreckenden Gründen befahl Papst Julius II. später Michelangelo, diese „Verfehlung“ Noahs an die Decke der Sixtinischen Kapelle zu malen. Die Trunkenheit Noahs wurde von den Kirchenvätern sehr unterschiedlich interpretiert: Die einen sahen den Vorfall als den „zweiten großen Sündenfall“ nach Adam und Eva, während andere glaubten, dass Noah die Wirkung des Weines noch zu wenig kannte und lediglich seinen Kummer über das Verderben der Sintflut betäuben wollte.
Das Wunder von Kanaan
Auch im Neuen Testament gibt es unzählige Zitate im Zusammenhang mit Wein. Das bekannteste ist wohl das Wunder bei der Hochzeit zu Kanaan, bei der Jesus Wasser in Wein verwandelte. Der „Kellermeister“, der nicht wusste, woher dieser hervorragende Tropfen stammte, sprach erstaunt zum Bräutigam: „Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher behalten.“ – Zu gerne möchte man wissen, wie dieser Wein wohl geschmeckt haben mag...
Biblische Könige als Namensgeber für Flaschengrößen
Flaschengrößen für Schaumweine, die nach biblischen Persönlichkeiten benannt sind, kennt man noch heute. Während es für die 0,75-Liter-Standardflasche und die »Magnum« (1,5 l) keine besonderen Bezeichnungen aus alten Zeiten gibt, werden biblische Namen vor allem bei Champagner- und Sektflaschen für Übergrößen verwendet:
- Jeroboam (3,0 Liter / 4 Normalflaschen): Der erste biblische Name für Flaschenübergrößen. Er leitet sich von der gleichnamigen biblischen Gestalt ab, die von König Salomon zum Aufseher über die Fronarbeiter bestellt wurde.
- Rehoboam (4,5 Liter / 6 Normalflaschen): Benannt nach dem Herrscher und Nachfolger seines Vaters Salomon als König von Juda und Israel.
- Methusalem (6,0 Liter / 8 Normalflaschen): Der hebräische Name (bedeutet übersetzt „Speerwerfer“) leitet sich vom gleichnamigen biblischen Urvater ab.
- Salmanazar (9,0 Liter / 12 Normalflaschen): Diese Bezeichnung geht auf König Salmanassar von Assyrien zurück.
- Balthazar (12,0 Liter / 16 Normalflaschen): Sehr selten abgefüllt. Der Name ist bestens bekannt von einem der Heiligen Drei Könige.
- Nebukadnezar (15,0 Liter / 20 Normalflaschen): Bei dieser Größe wird das Einschenken ins Glas schon zur Herausforderung. Namensgeber war der König von Babel, bekannt durch den Turmbau.
- Goliath (18,0 Liter / 24 Normalflaschen): Benannt nach dem bekannten Riesen der Bibel.
- Salomon (20,0 Liter / 26,6 Normalflaschen): Benannt nach dem weisen israelischen König.



